Kouakou, Paul
Rassismus bleibt eine große gesellschaftliche Herausforderung. Politische Polarisation, weltweite Migration und alltägliche Diskriminierung zeigen: Vorurteile über Zugehörigkeit und Identität bestehen fort. Bilder spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie Vorstellungen von „Fremdheit“ und Kultur stark beeinflussen oder verzerren können. In diesem Vortrag geht es um die europäische Darstellung afrikanischer Körper, mit besonderem Augenmerk auf die Fotografien von Leni Riefenstahl. Es wird gefragt, wie ästhetische Inszenierungen, koloniale Blickweisen und kulturelle Projektionen über „Afrikanität“ in diesen Bildern zusammenwirken und welche Wirkung sie bis heute haben. Anhand der Nuba-Fotografien aus den 1970er-Jahren wird sichtbar, wie die Bilder einerseits als kunstvolle ethnografische Dokumentation präsentiert wurden, andererseits tief verwurzelte koloniale Vorstellungen reproduzierten. Ziel des Vortrags ist es, diese Bildtraditionen kritisch zu hinterfragen, zu diskutieren, inwiefern sie bis heute zu rassistischen Wahrnehmungsmustern beitragen, und damit zu einem besseren Verständnis visueller Kultur, kolonialer Kontinuitäten und eines konstruktiven interkulturellen Dialogs beizutragen. Der Referent Paul Kouakou beschäftigt sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit der Thematik und wird Zwischenergebnisse dazu vorstellen. Der Vortrag findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Antidiskriminierungsstelle der Universität Bamberg statt. Anmeldung erforderlich. Es wird keine Gebühr erhoben.
Unser Alltag ist mehr als Routine. Er ist der Ort, an dem wir lernen, wie wir die Welt sehen und uns verhalten – meist ohne groß darüber nachzudenken. Für viele Menschen läuft dieser Alltag unauffällig ab. Für andere sieht das ganz anders aus: Sie erleben immer wieder, dass ihnen ungefragt bestimmte Eigenschaften, Schwächen oder eine Gruppenzugehörigkeit zugeschrieben werden – ohne dass sie selbst etwas dazu beigetragen haben. Diese Einteilung in ein „Wir" und „die Anderen" passiert nicht einfach zufällig. Sie wird oft von gesellschaftlichen Strukturen und gemeinsamen Vorstellungen gestützt – und wirkt dadurch fast normal oder selbstverständlich. Genau das macht Alltagsrassismus so schwer greifbar: Er zeigt sich nicht nur in einzelnen Vorfällen, sondern auch in Gewohnheiten, Institutionen und Strukturen, die selten hinterfragt werden. In diesem Vortrag schauen wir gemeinsam genauer hin: Wie äußert sich Rassismus im Alltag konkret, und wie hängt er mit gesellschaftlichen Institutionen zusammen? Anhand aktueller Forschung und anschaulicher Beispiele wollen wir die oft unsichtbaren Mechanismen von Bevorzugung und Ausschluss sichtbar machen – und gemeinsam besser verstehen, wie rassistische Denkmuster entstehen und sich im Alltag halten. Der Referent Paul Kouakou beschäftigt sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit der Thematik und wird Zwischenergebnisse dazu vorstellen. Der Vortrag findet in Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Antidiskriminierungsstelle der Universität Bamberg statt. Anmeldung erforderlich. Es wird keine Gebühr erhoben.