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Volkshochschule Bamberg-Land

Kaimsgasse 31
Zugang über Parkdeck Landratsamt, Ludwigstr. 23
96052 Bamberg
 
Tel.: 09 51 / 85-760
Fax: 09 51 / 85-767
E-Mail: info@vhs-bamberg-land.de
  • Programmbereich Gesellschaft
  • Programmbereich Beruf
  • Programmbereich Sprachen
  • Programmbereich Gesundheit
  • Programmbereich Kultur
  • Programmbereich Spezial

... aus der Geschichte

 

Am 20. Juli 1965 wurde auf Initiative des damaligen Landrates Emil Kemmer nach einem Beschluss des Kreisausschusses des Landkreises Bamberg das „Bildungswerk Bamberg-Land e.V.“ gegründet. Überraschenderweise erklärten sich sofort mehr als die Hälfte der damaligen Gemeinden des Landkreises an der Erwachsenenbildung interessiert und richteten die sog. „Außenstellen“ ein. Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit in der jeweiligen Gemeinde war die Gewinnung von „Außenstellenleitern“.
 
In den Anfangsjahren fühlten sich sowohl die Bürgermeister als auch Gemeinderäte, aber auch Schulleiter, Lehrer und sogar Pfarrer, berufen, diese Aufgabe selbst zu übernehmen. Im Laufe der Zeit konnte auch hier ein Wandel festgestellt werden: Immer mehr Frauen übernahmen diese Aufgabe. Sie zeichnet in der Regel Kontaktfreudigkeit zu Mitbürgern/-innen aus.
Bauernmalerei
 
Ebenso wichtig war jedoch die Verpflichtung von geeigneten Dozenten (Referenten) und Kursleitern. Auch dies gelang schon in den Anfangsjahren. Noch im Jahre 1965 konnte mit der Erwachsenenbildungsarbeit begonnen werden und 16 Veranstaltungen durchgeführt werden.

Im Jahre 1970 wurde aus Gründen der landesweiten Vereinheitlichung das „Bildungswerk Bamberg-Land e.V.“ in „Volkshochschule Bamberg-Land e.V.“ umbenannt. Mit der Leitung der VHS Bamberg-Land e.V. wurde bei der Gründung Rektor Hans Schumm aus Hirschaid betraut. Er hat dieses Amt bis zur Auflösung des Vereins Ende 1991 ausgeübt. Zuerst war Pionierarbeit angesagt, dann Festigung der Organisation und Ausweitung des Angebotes.

Die Leitung der Geschäftsstelle sowie die Geschäftsführung selbst wurden dem Kreisangestellten Manfred Eiser übertragen, der diese Aufgabe bis zu seinem Tod im Februar 1974 mit beispielhaftem Eifer und viel Einsatzbereitschaft unermüdlich wahrnahm.
 
Sein Nachfolger Günter Franzen ist seit 1974 zuerst als Geschäftsführer, danach als Leiter tätig. Mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist er bestrebt, den Herausforderungen des „Lebenslangen Lernens“ und den politisch-gesellschaftlichen Bedingungen gerecht zu werden.
 
Während der gesamten 40 Jahre war eine stetige Aufwärtsentwicklung der Arbeit festzustellen, die sich in den ersten Jahren besonders im Bereich der Vortragstätigkeit und der Einzelveranstaltungen niederschlug, während sich in den letzten Jahren eine Erweiterung besonders im Kursbereich abzeichnete.
Kochen
Der Wandel wird auch beim Angebot selbst sichtbar: Zuerst „Livereportagen“ durch Vortragsveranstaltungen, mit Ausweitung des Fernsehens, Video etc. wurde diese Art des Angebotes weniger.
 
Der Bereich Vortragstätigkeiten und Filmveranstaltungen nahm gleich im ersten richtigen Arbeitsjahr, 1966, mit 395 Veranstaltungen beängstigende Ausmaße an. Dies konnte 1968 mit 556 Einzelveranstaltungen und 19.499 Besuchern zu einem einmaligen Höhepunkt gesteigert werden. Ab dem Jahr 1969 ging die Zahl der Einzelveranstaltungen ständig zurück und erreichte 1991 mit 102 Veranstaltungen den niedrigsten Stand.
Kooperationen z.B. mit den Obst- und Gartenbauvereinen oder Seniorenheimen tragen zur kleinen Renaissance der Vortragsveranstaltungen bei.
 
Natürlich spielt die Ausweitung der Medien eine Rolle, aber es ist doch etwas anderes, ob man den Referenten durch Fragen direkt unterbrechen kann oder nur den Film sieht. Diese klassische VHS-Arbeit sollte auch in Zukunft fortgesetzt werden.
 
Auf dem Kurssektor kann dagegen seit 1972 eine stetige Steigerung festgestellt werden. Allerdings brauchte es hier fast 20 Jahre, bis 1984 erstmals die magische Zahl von „1.000 Kursen“ erreicht wurde. Sicher sagt diese Zahl alleine noch nichts über die Qualität der Kurse aus, aber sie besagt immerhin, dass sich viele Kursleiter bereit fanden, interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern Weiterbildung in vielfältiger Form zu ermöglichen.
Gym
 
Mit 1.547 Kursen wurde 2001 die bisher höchste Kurszahl erreicht. 2004 war die Zahl zwar etwas niedriger, die Begründung dafür liegt darin, dass in vielen Fällen die Zahl der Kursabende angehoben wurde (von 10 auf 15 bzw. von 15 auf 20). Deshalb stieg zwar die Zahl der Kursabende und Kursstunden, nicht aber die Zahl der Kurse. Im letzen Jahr wurden alleine 1235 Kurse mit 15.798 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgeführt.
 
Eine bessere Kennzahl ist die Zahl der anrechenbaren Doppelstunden oder der Teilnehmerdoppelstunden. Diese Aufzeichnungen gibt es aber erst seit 1981. Damals betrug die Zahl der anrechenbaren Stunden 8.488. Im Jahre 2004 konnte die VHS einen „neuen Rekord“ aufstellen: 10.293 anrechenbare Doppelstunden und 136.473 Teilnehmerdoppelstunden wurden erreicht. Im Jahre 2008 lauten die Zahlen 9.598 Doppelstunden und 145.017 Teilnehmerdoppelstunden.
 
Während in den ersten Jahren besonders die hauswirtschaftlichen Kurse dominierten, ist nun langsam ein Wandel eingetreten. Immer mehr Teilnehmer/-innen achten auf ihre Gesundheit und treiben deshalb Gymnastik und Bewegung oder befassen sich mit gesundheitsbildenden Kursen.
 
Durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, EDV-Erfordernissen in der Arbeitswelt oder auch die Globalisierung wurden andere Kursangebote erforderlich.
Tanz
 
Zu diesen beiden Bereichen der Bildungsarbeit im Landkreis kam im Herbst 1969 die Einrichtung der „Theaterfahrten der Volkshochschule Bamberg-Land e.V.“. Der VHS wurde damals die Weiterführung der Arbeit des Landringes am Bamberger Theater übertragen. Mit großer Freude war festzustellen, dass sich das Interesse der Landkreisbürger/-innen an diesem Angebot von Jahr zu Jahr steigerte. Aber auch hier dauerte es einige Jahre, bis die „Traumzahl“ von 1.000 Abonnenten erreicht wurde. Über 10 Jahre wurde diese Grenze eindeutig überschritten. Ab 1985/86 blieben wir bis 2003/2004 (mit Ausnahme 1996/97) unter dieser Traumzahl. Erst mit dem neuen Haus am Schillerplatz kam die Abonnentenzahl wieder über 1.000. In der Spielzeit 2008/2009 wurden mit 824 Abonnenten der niedrigste Stand seit Jahren registriert.
 
Eine besondere Rolle bei diesem VHS-Angebot spielen die Theateromnibuslinien, die den Besuchern aus allen Orten des Landkreises ermöglichen, ins Theater und wieder zurück zu kommen .
 
Mit diesem Angebot hat die VHS die Chancengleichheit auf dem kulturellen Gebiet zwischen Stadt und Landkreis Bamberg gewährleistet und ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern die Teilnahme am kulturellen Leben in unserer Region.
 
In diesen Rahmen passen ebenso die alljährlichen „Calderon-Spiele“ in der Alten Hofhaltung. Seit 1976 hat die VHS Bamberg-Land jährlich zwei Vorstellungen übernommen, deren Karten sie verbilligt anbieten konnte. Im Jahr 1989 wurde mit 1.791 Besuchern ein neuer Besucherrekord in der Alten Hofhaltung aufgestellt. Danach aber wurde diese Marke nicht mehr erreicht. Durch die Gebührenerhöhungen seitens der Stadt Bamberg ist das finanzielle Risiko unkalkulierbar geworden, so dass seit 2004 keine Fahrten zu den Calderon-Spielen mehr durchgeführt werden.
 
Seit 2008 ist die VHS Bamberg-Land wieder dabei und hatte schon zwei Mal bis auf den letzten Platz ausverkaufte Vorstellungen.
 
Früher wurden auch – mit mehr oder weniger großem Erfolg – Karten für Kinderabo, Theatervorstellungen für Senioren, Feierabendveranstaltungen, Märchen etc. angeboten.
 
Wichtig für die Bildungsarbeit sind die Studienreisen und –fahrten, die den berühmten „Blick über den Zaun“ ermöglicht haben und ermöglichen. Sie wurden von der VHS Bamberg-Land e.V. im Jahre 1971 eingeführt. Das größte Interesse wurde dabei 1982 mit 27 Studienreisen registriert. Aber auch eintägige Studienfahrten sind äußerst beliebt. Waren es am Anfang vor allem Ausstellungs- und Museumsbesuche in München und Nürnberg, kamen im Laufe der Zeit Stuttgart, Tübingen, Landesgartenschauen und nach der Wiedervereinigung Fahrten zu den Sehenswürdigkeiten Sachsens und Thüringens hinzu. Fahrten zur Luisenburg, Meinigen, Coburg ergänzen diese Art.
Holzbau
 
Dass auch innerhalb der Bundesrepublik Deutschland schöne Landschaften und Städte zu finden sind, beweist die hohe Teilnehmerzahl an den Wochenendreisen unter dem Motto „Lerne Deutschland, Deine Heimat, kennen“.
 
Wochenendseminare mit verschiedenartiger Thematik fanden regen Zuspruch und weisen auch darauf hin, dass die Hörer zu intensiver und tiefgreifender Arbeit bereit sind. Die Wochenendseminare gehören seit 1974 zum Bestandteil des Programms und finden ihre Interessenten Jahr für Jahr. Besonders Rhetorik, Kreativwochenende, musische Seminare bilden den Kern der Angebote. War früher die Geschäftsstelle alleiniger Anbieter, kommen jetzt auch etliche Außenstellen hinzu.
 
Die VHS Bamberg-Land nahm auch alle Anlässe (z.B. Einführung der neuen STVO, Fußballweltmeisterschaften, Olympische Spiele, Einführung in die Mengenlehre u.a.) wahr, um in aktuellen Sonderveranstaltungsreihen und Einzelveranstaltungen wirksam werden zu können und Bürger/-innen aus erster Hand zu informieren.
 
Durch die Einrichtung von Konzertveranstaltungen wurde die fränkische Volksmusik wieder gefördert. Zum festen Bestandteil gehört die Konzertveranstaltung „Fränkische Weihnacht“. In den letzten Jahren wurde diese Palette durch festliche Konzerte, Weihnachtslesungen, Heilige Nacht, in Zusammenhang mit Chören, erweitert.
 
Konzert
Ausstellungen dienen dazu, Leistungsnachweise abzugeben oder aber Informationen in einer anderen Form zu vermitteln. Dies geschah immer wieder in den Schaufenstern der VHS, durch aktuelle Plakatwände im Haus Promenade 6 und durch Ausrichtungen von sog. „Tagen der offenen Tür“. Der letzte fand vor kurzem in Strullendorf statt. Die Organisation dieser Veranstaltungen wird von der Geschäftsstelle, die sich seit November 2008 in der Kaimsgasse 31 in Bamberg befindet, wahrgenommen.
Von Beginn an hatte Sie ihr Domizil an der Promenade 6, dann in der Ludwigstrasse 25 (Posthochhaus) und nun im umgebauten, alten Gärtnerhaus am Ende des Parkdecks des Landratsamtes.
Sicher wird die „Geschichte“ der VHS Bamberg-Land weiter geschrieben, denn getreu dem Motto „Lebenslanges Lernen“ gibt es immer etwas, was zur gesamtheitlichen Bildung der eigenen Persönlichkeit beitragen kann.